Digitale Sprachassistenten – seid ihr menschlich?

Wen siehst du, wenn du mit Alexa, Siri und dem Google Assistant sprichst?


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Darum geht es im Podcast Nr. 7:

Investiere 34  Minuten und du hörst:

  1. Wie du mit der nächsten Generation der Sprachassistenten echte Gespräche führst.
  2. Welche Gesichter die Nutzer sehen, wenn sie mit Alexa, Google Assistant, Cortana, Bixby und Siri sprechen.
  3. Warum Nutzer Allmachts-Fantasien und Ur-Geborgenheit fühlen, wenn sie digitale Assistenten nutzen.
  4. Weshalb sind Emotionen und Neugier wichtiger als technische Perfektion.
  5. Worauf du in dem Marketing achten solltest, wenn du digitale Assistenten  einsetzt.

Die 7. Folge des Neugier-Podcasts gibt Alexa, Siri und dem Google Assistant ein Gesicht. Welche Persönlichkeiten haben digitale Assistenten? Zusammen mit Dr. Dirk Gratzel von Precire diskutieren wir darüber, ob die Sprachassistenten von Apple, Amazon und Google zu echten Gesprächspartnern werden können.

Letzte Woche sprachen wir im 1. Teil des Interviews über Spracherkennung und Künstliche Intelligenz. Diesmal schauen wir auf digitale Assistent und deren Dialogfähigkeit. Sind Siri und Alexa in der Lage, uns neugierig zu machen? Werden sie auf unsere Gefühle und Mimik eingehen? Die jetzigen Sprachassistenten sind die Vorreiter einer neuen Mensch-Maschine-Kommunikation. In Zukunft werden auch die Sprache, Mimik, Gestik und das soziale Umfeld die Interaktion mit Sprachassistenten maßgeblich beeinflußen.

Digitale Assistenten und die Wahrnehmung

Die wichtigsten Thesen des Podcasts haben wir hier für dich zum Nachlesen:

Wenn Alexa, Siri und der Google Assistant erwachsen werden

„Alexa, Siri und der kleine Google Assistant möchten aus der Krabbelgruppe abgeholt werden.“ – Zumindest wird es Zeit, dass sie da raus kommen. Hast Du ein Amazon Echo oder Google Home im Wohnzimmer? Hast Du schon mal versucht, dich mit Alexa, Siri oder Cortana zu unterhalten?

Digitale Sprachassistenten von Alexa bis Google werden erwachsen

Die Ernüchterung war wahrscheinlich ziemlich groß. Ein echtes Gespräch ist nicht möglich. Weder spannenden Dialoge noch prickelnde Neugier können Sprachassistenten entfachen.

Die jetzige Generation der digitalen Assistenten steckt noch in den Babyschuhen. Es sind dröge Chatbots, die einigermaßen befriedigende Antworten auf Zuruf geben. Hier eine Wettervorschau, dort ein Kuchenrezept und am Ende die Lieblingssongs von Spotify.

Sie sind Babys. Kinder, die zu wachsen beginnen. Doch würdest du ein Baby ausschimpfen, weil es noch kein Gespräch führen kann? Nein, du blickst vielmehr auf das Kleine und nimmst – unbewusst – ihre Babysprache an. Ähnlich ist es bei den Sprachassistenten. Auch hier reden wir mit Ihnen anders, als mit einem Menschen. Noch.

Messe die digitalen Assistent nicht daran, was sie heute können. Achte darauf, wie schnell sie lernen.

Beim Baby wissen wir, dass es schlauer und erwachsener wird. Bei digitalen Sprachassistenten ist es genauso. In den kommenden Jahren wird aus den dümmlichen Assistenten ein neugieriger Gesprächspartner.

Wir bauen eine Beziehung auf zu digitalen Assistanten

Wer digitale Assistenten per Sprache nutzt, baut eine persönliche Beziehung zu ihnen auf. Wir versuchen mit Ihnen zu sprechen, wie mit einem Menschen. So vergleichen wir sie auch mit einem Gesprächspartner aus dem realen Leben. Im Sommer 2017 hat das Rheingold Institut tiefenpsychologische Interviews mit Nutzern vom Sprachassistenten Alexa durchgeführt. Diese Studie beschreibt, wie sich unser Verhältnis zur Maschine verändert.

Digitale Sprachassistenten und Neugier

Sprachassistenten wie Alexa, Siri oder der Google Assistant verheißen für die viele Nutzer eine seelische All-Inclusive-Versorgung und bedienen deren Allmachtsfantasien. Sehnsüchte, Neugier und Angst werden in verschiedensten Facetten bei den Nutzern aktiviert.

Die zentralen Ergebnisse der Studie sind:

  • Sprachassistent werten das eigene Ego auf. Nutzer füllen sich zugehörig zu den Technik-Pionieren.
  • Digitale Allmacht wird ausgelebt, indem der Sprachassistent „alle“ Wünsche erfüllen kann.
  • Durch die Stimme wird eine Ur-Geborgenheit vermittelt. Sprachassistenten sind immer da, hören immer zu und geben Antworten. Sie bieten einen Ausweg aus der Stille.
  • Sprachassistenten werden zu multiplen Partnern. Sie sind ein Freund für alle Fälle. Tiefe Beziehungs-Sehnsüchte werden ausgelebt.
  • Ängste vor Kontrollverlust werden durch Sprachassistent geschürt. Alexa, Google und Amazon sind die Datenkraken der Neuzeit und führen zu Abhängigkeit und Hörigkeit.
  • Durch die Fehler der Sprachassistenten leben wir unsere Überlegenheit aus. Enttäuschende Antworten von Alexa & Co schaffen uns Glücksgefühle, dass wir der Maschine noch überlegen sind.

Digitale und persönliche Sprachassistenten von Apple bis Google

Welche Persönlichkeit haben digitale Sprachassistenten?

Wenn wir einen Beziehung zu Sprachassistenten aufbauen, wollen wir mit Ihnen reden. Wenn wir mit jemanden reden, wollen wir ein Gesicht dazu. Hast Du dich schon mal gefragt, wie Alexa, Siri, Cortana, Bixby und der Google Assistant aussehen? Haben Sie lange schwarze Haare oder kurze blonde? Sind sie schlank und gewitzt oder pummelig und arrogant?

Die Art der Stimme, die Tonalität, der Klang und die Wortwahl führt dazu, dass wir uns automatisch ein Bild von digitalen Assistenten machen.
Im Herbst 2017 ist Bilanz, das Wirtschaftsmagazin der Welt, genau dieser Frage nachgegangen. Zusammen mit dem bekannten Profiler Axel Petermann und Precire haben sie digitalen Sprachassistenten ein Profil und Gesicht gegeben.

Google Assistant als Digitaler und persönliche Sprachassistenten

Der Google Assistant ist die Kluge und Lernfähige

Mit ihrer warmen Sprache ist der Google Assistant die gewissenhafte und lernfähige Assistentin. Axel Petermann sieht sie mit roten kurzen Haaren, einer Brille als schlanke mittelgroße Person. Sie ist sehr beziehungsorientiert und clever.

Amazon Alexa als Digitaler und persönlicher Sprachassistent

Amazons Alexa ist der bestimmende Kumpeltyp

Sehr bestimmend und doch in gewisser Weise erotisch. So wird Amazons Alexa beschrieben. Mit braunen Haaren und vollschlank wird sie zum Kumpel des Nutzers. Sie hat keinen großen Humor und Emotionen, gibt mit ihrer bestimmenden Art jedoch ein persönliches Vertrauen.

Apple Siri als Digitaler und persönlicher Sprachassistent

Siri ist die ungeliebte Perfekte

Apples Siri bringt alle Attribute mit zur Perfektion. Sie wirkt intelligent, sexy und sehr aufmerksam. Vom Typ ist sie mittelgroß, schlank und hat lange, dunkle Haare. Auch wenn sie versucht mit dem Nutzer zu flirten, scheint der Funke nie so richtig über zu springen. Vielleicht fehlen ihr die charmanten Schwächen, die sie sympathisch macht.

Microsoft Cortana als Digitaler und persönlicher Sprachassistent

Cortana ist die unscheinbare Arrogante

Der Sprachdienst Cortana von Microsoft spiegelt noch stark das alte Image von Microsoft aus den 2000er Jahren wieder. Starr, arrogant und bieder. So wird auch Cortana gesehen. Mit künstlicher Stimme und abgehackten Bewegungen bleibt sie als Persönlichkeit hinter Google, Amazon und Apple zurück.

Samsung Bixby als Digitaler und persönlicher Sprachassistent

Bixby ist die künstlich Aufgeregte

Samsungs Bixby wirkt noch wie die überdrehte Sekretärin. Mit sehr amerikanischen Attitüden springt sie kaugummikauend durchs Leben. Ihren hohen Informationsgrad schmälert sie durch ihre exaltierte Art.

Die neuen Sprachassistenten werden emotionale Gesprächspartner

Anfang des Jahres haben wir in einem E-Book die praktische Nutzung von Alexa, Google Assistant und Siri, sowie Chatbots beschrieben. Ein echter Mehrwert für den Nutzer bleibt der wichtigste Grund für Unternehmen diese Technologien einzusetzen.

Bei der Gestaltung eines eigenen Assistenten oder eines Programms für Alexa und dem Google Assistant beachte:

  • Emotionale Nähe schlägt technische Perfektion.
  • Biete passende Reaktionen und Inhalte, um Ängsten entgegen zu wirken.
  • Erzähle die Geschichte der Entstehung und Weiterentwicklung deines Systems.
  • Plane jetzt schon deine Produkt-Erlebnisse den Mimiken und Gestiken des Nutzers zuzuordnen.
  • Beachte die Regeln der Neugier, um den Nutzer immer wieder hungrig auf deine Anwendung zu machen.

Viel Spaß beim Hören! 🙂

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Wer ist hier neugierig?

Stefan Niemeyer

Julia und Stefan sammeln neugierige Momente im Marketing. Stefan ist Senior Conversion Architekt bei neusta etourism in Bremen. Warum er auf 🎸 🇺🇸 👻 🤔 🏰 neugierig ist? Erfahre mehr über Stefan

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