Gierig nach neuen Bildern

Wie Du mit Bildern die Neugier deiner Gäste weckst.


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Darum geht es im Podcast Nr. 9:

Investiere 35  Minuten und du hörst:

  1. Welche psychologischen Tricks machen uns neugierig auf Bilder
  2. Wieso Instagram der digitale Bänkelsänger der Neuzeit ist.
  3. Was Gucklöcher mit Virtual Reality zu tun haben.
  4. Wie du deine Bildsprache nach den Arten der Neugier auswählst
  5. Wann Sensationslust auch für dein Marketing funktioniert.

In der 9. Folge des Neugier-Podcast wecken wir deine Neugier auf Bilder. Welche Bildsprache ist für dein Marketing wichtig, um deine Nutzer neugierig zu machen? Gibt es Bilder-Tricks, die seit Jahrhunderten funktionieren? Zur Recherche für unseres Buchs zum Neugiermarketing sind wir nach Berlin gereist. Die neue Ausstellung „Gier nach neuen Bildern“ im Deutschen Historischen Museum zeigt dir eindrucksvoll, wie sich der Reiz auf Fotos, Flugblätter und Comics im Laufe der Jahre kaum verändert hat. Unsere Faszination auf 360-Grad-Bilder und Virtual Reality hat seinen Ursprung bereits im Mittelalter. Wurde die „Augenlust“ früher als Teufelswerk verschrien, so sind Instagram und Facebook die Bänkelsänger der digitalen Welt.

Die Gier nach neuen Bildern

Die wichtigsten Thesen des Podcasts haben wir hier für dich zum Nachlesen:

Bilder sind die visualisierte Neugier

Mit Bildern transportieren wir ferne Phantasien in die Köpfe der Menschen. Mit ihrer Hilfe werden räumliche und zeitliche Distanzen überbrückt. Wir lernen, was stattgefunden hat und träumen, was stattfinden könnte. Sie sind das wichtigste Medium der Neugier. In bewegten Bildern, immersiven Bildern oder statischen Bildern – die visualisierte Neugier ist pures Storytelling im Kopf.

Von jeher besitzen wir die menschliche Fähigkeit Bilder zu erzeugen, um sie als Kommunikationsmedium einzusetzen. Die Hölenmalereien der Steinzeit, Fresken und Kupferstiche im Mittelalter und Ölgemälde großer Maler. Wohin wir blicken begleiten uns Bilder.

Instagram ist der digitale Bänkelsänger der Neuzeit

Wo früher die Bilderhändler von Dorf zu Dorf zogen, beschafft uns heute die Timeline von Facebook und Instagram die tägliche Lust auf neue Bilder. Instagram ist der Bildhändler der Neuzeit. Bilder bereiten uns das Glück kurzfristig die eigene enge Welt zu überschreiten.

Instagram ist der Bänkelsänger der digitalen Welt

Bänkelsänger und Bildhändler verkündeten Neuigkeiten und Geschichten – wie heute das Social Web

Der Guckkasten ist die erste virtuelle Realität

Der „natürliche Feind“ des Bänkelsängers wurde mit den Jahren der Guckkasten. Kleine Holzkästen, in die Menschen hineinschauten und Bilder aus fernen Ländern sehen konnten. Durch die gekrümmte Darstellung entstand eine erster „virtueller Raum“. Die Betrachter hatten zum ersten Mal das Gefühl, sie tauchen in das Bild ein. Eine frühe Form der Immersion entstand. Die beiden Gucklöchern verstärkten noch die Neugier. War der Bänkelsänger und Bildhändler noch ein Gemeinschaftsgefühl, so wurde der Guckkasten zum individuellen Erlebnis.

Guckkasten als virtuelle Realität des Mittelalters

Mit Guckkästen wurden Bilder immersiv –
wie heute Virtual Reality Brille.

Digitale Bilder schaffen immersive Bildräume

Mit dem Wechsel von statischen zu digitalen Bildwelten verstärkte sich diese Immersion. Aus Bildern werden Bildräume. Die Neugier findet nicht mehr nur im Kopf stand, sondern kann sich in virtuellen Räumen ausleben. Die Darstellung zielt immer stärker darauf ab, Interaktionen mit dem Nutzer auszulösen. Die Zauberwelt eines Bilder, die bisher nur mit unseren Augen erfasst wurde, wird nun greifbar. Schaffen 360-Grad-Bilder ein vollumfängliches Raumgefühl, wird mit Virtual-Reality-Brillen dieser Raum auch begehbar.

Bilder als visualisierte Neugier wird nun zu immersiver Neugier. Wir tauchen mit unserem Körper in die Welt ein, die sich bisher nur in unserem Geiste erschlossen hat.

Doch gerade bei diesem immersiven „Overkill“ gewinnt die Story im Bild wieder enorme Bedeutung. Das reine immersive Erleben führt schnell zur Gewöhnung beim Nutzer. Echte Anreize und immer neue Neugier-Zünder sind notwendig, um aus Immersion nicht Alltägliches zu machen.

„So öffnet sich bei
Einführung eines neuen Illusionsmediums die Schere zwischen bildlicher Wirkungsmacht und
reflektiert bewusster Distanznahme, die sich nach stetem, bald überlegtem Umgang wieder
verengt. Gewöhnung schleift die Illusion ab, diese besitzt bald nicht mehr die Kraft, das
Bewusstsein zu bestechen, wird endlich schal und findet gegenüber ihrer täuschenden Funktion
abgestumpfte Betrachter.“ Oliver Grau

Wie weckt ein Bild die Neugier?

Was weckt denn nun die Neugier auf Bilder? Warum sind manche Darstellungen für uns reizvoller als andere? Worauf kannst du im Marketing achten, um neugierigen Nutzern die passenden Bilder zu zeigen? Nehmen wir zuerst die wichtigsten Merkmale, die ein Bild vereinen sollte. Der Philosoph Roland Barthes nennt in „Die helle Kammer“ folgende Merkmale für prägnanten Bilder:

  • Dualität
    Unterschiedliche Aussagen in einem Bilder stehen im Kontrast zueinander
  • Information
    Das Bild vermittelt eine neue und originelle Aussage für den Betrachter
  • Überraschung
    Der Nutzer wird überrascht mit einer außergewöhnlichen Darstellung oder Belichtung.
  • Bedeutung
    Im Foto wird eine tiefere Bedeutung vermittelt, die zum Nachdenken anregt.
  • Verlockung
    Der Betrachter wird in das Bild hineingezogen. Er möchte dort sein.

Neugier und Bildsprache

Bildsprache nach den Arten der Neugier

Nutze bei der Komposition deiner Bilder die Arten der Neugier. Fotos nach der Customer Journey oder nach Themen zu sortieren ist ein gängiger Weg. Doch berücksichtigst du dabei nicht den Anreiz, der beim Nutzer ausgelöst werden soll. Mit den Arten der Neugier zielst du stärker auf das Motiv des Nutzers.

Bilder und Bildsprache nach Arten der Neugier

  1. Snack-Bilder
    „Zeig mir Bilder zur puren Unterhaltung. Lass mich schnell konsumieren. Ich habe kein tiefergehendes Ziel, sondern möchte kurz der Langeweile oder dem Alltagsstress entfliehen.“
  2. Wissens-Bilder
    „Ich möchte es genau wissen. Zeig mir Bilder, die mir alles im Details zeigen. Schließe meine Wissenslücke.“
  3. Angst-Bilder
    „Beseitige meine Ängste und Scham. Gib mir Sicherheit und Vertrauen mit deinen Bildern.“
  4. Passions-Bilder
    „Deine Bilder entführen mich in meine Traumwelt. Die Rolle, die ich gern sein möchte, werden in deinen Bildern dargestellt.“

Die Szenerie der Neugier im Bild

Mit den Arten der Neugier legst du auch die Szenerie fest. Die vier relevanten Merkmale eines Bildes haben so unterschiedliche Schwerpunkte. Bei der Snack-Neugier sucht der Nutzer nach Bildern mit hohem emotionalem Setting, bei denen Menschen eine große Rolle spielen. Wohingegen Wissens-Neugier mit einer hohen Detailtreue und räumlicher Transparenz ausgestattet sind.

Szenerien der Neugier im Bild und der Bildsprache

Die Szenerie von Bildern nach
den Arten der Neugier.

Viel Spaß beim Hören! 🙂
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Wer ist hier neugierig?

Stefan Niemeyer

Julia und Stefan sammeln neugierige Momente im Marketing. Stefan ist Senior Conversion Architekt bei neusta etourism in Bremen. Warum er auf 🎸 🇺🇸 👻 🤔 🏰 neugierig ist? Erfahre mehr über Stefan

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